Schallschutz beim RFTOA 2026: Keine einzige Beschwerde trotz voller Konzertlautstärke

Das Problem am alten Standort

Am alten Standort auf dem Tanzwerder hatte das Rock for Tolerance Open Air Festival (RFTOA) über Jahre mit erheblichen Problemen beim Lärmschutz zu kämpfen. Um die Nachbarschaft nicht zu belasten, mussten wir die Bühnen dort immer sehr leise fahren, weit unter dem, was ein Konzert eigentlich braucht. Mit dem Umzug an den Weserpark in Hann. Münden wollten wir das ändern: eine Location, an der Konzertlautstärke und Rücksicht auf die Nachbarschaft kein Widerspruch mehr sind.

Das Ergebnis nach dem ersten Festival am neuen Standort: Trotz zweier Bühnen und Live-Programm bis in den Abend ist bei uns am 19. und 20. Juni 2026 weder über unsere Beschwerde-Hotline noch bei der Polizei, der Stadt Hann. Münden oder dem Ordnungsamt eine einzige Beschwerde eingegangen.

„Eine Rückmeldung ist bei uns tatsächlich per E-Mail eingegangen. Im Austausch mit der betroffenen Person hat sich aber schnell herausgestellt, dass die Ursache gar nicht unsere Veranstaltung war, sondern eine private Feier in der Nachbarschaft“, sagt Robert Maaßen, 1. Vorsitzender von Rock for Tolerance e.V.

Schallgutachten und Maßnahmenpaket

Für den Lärmschutz am neuen Standort haben wir bereits Monate vor dem Festival das unabhängige Ingenieurbüro Förster Akustik unter Leitung von Sachverständigem Marius Förster mit einem Schallgutachten für das neue Gelände beauftragt. Diese schalltechnische Prognose hat frühzeitig gezeigt, an welchen Stellen im Umfeld mit erhöhten Schallpegeln zu rechnen war, vor allem im Bereich der Hauptbühne.

Auf dieser Grundlage haben wir gemeinsam mit dem Gutachter ein umfangreiches Maßnahmenpaket entwickelt: eine feste Begrenzung des Schallpegels an der Main Stage, zusätzliche seitliche und rückwärtige Abschirmung der Beschallungsanlagen sowie die Prüfung cardioider Subwoofer-Systeme zur Reduzierung tieffrequenter Schallanteile.

ℹ️ Was sind cardioide Subwoofer-Systeme?
Normale Subwoofer strahlen tiefe Bässe in alle Richtungen gleichmäßig ab, also auch nach hinten und zur Seite, wo sie bei Anwohner*innen als störender Bass-Brummen ankommen können. Cardioide Subwoofer-Systeme bündeln den Schall gezielt nach vorne, in Richtung Publikum, und schwächen ihn nach hinten deutlich ab. Das Prinzip funktioniert durch eine spezielle Anordnung mehrerer Subwoofer, bei der sich die Schallwellen nach hinten gegenseitig auslöschen. So bleibt der Bass vor der Bühne kraftvoll, während er in der Nachbarschaft deutlich leiser ankommt.

Dialog mit der Nachbarschaft

Parallel haben wir im Mai alle betroffenen Anwohner*innen in einem persönlichen Schreiben über die geplanten Maßnahmen informiert und ausdrücklich zum Dialog eingeladen, inklusive direkter Kontaktmöglichkeiten zu uns und einer Hotline für die Veranstaltungstage selbst.

Messung während des Festivals

Während des Festivals hat uns das Ingenieurbüro Förster Akustik mit durchgehenden Immissionsmessungen an mehreren Punkten im Wohnumfeld begleitet, mit der Möglichkeit, bei Bedarf unmittelbar nachzusteuern. Und auch mit der Stadt Hann. Münden und den zuständigen Behörden stand der gesamte Prozess unter einer engen und konstruktiven Abstimmung, von der Genehmigung bis zur Auswertung nach der Veranstaltung.

Das Ergebnis: Richtwerte eingehalten

An nahezu allen Messpunkten wurden die genehmigten Richtwerte eingehalten, an einem Punkt kam es zu einer leichten Überschreitung, ohne dass dies zu einer einzigen Reklamation aus der Nachbarschaft führte.

„Das zeigt, dass sich eine fundierte Prognose und eine enge Begleitung während der Veranstaltung auszahlen“, sagt Marius Förster, Sachverständiger für Akustik. „Wir konnten schon im Vorfeld die kritischen Bereiche identifizieren und gezielt Maßnahmen empfehlen. Dass die Umsetzung dann so gut funktioniert hat, ist auch das Ergebnis der engen Zusammenarbeit mit dem Veranstalter.“

Danke!

Wir bedanken uns bei unserer Nachbarschaft für ihr Verständnis sowie bei der Stadt Hann. Münden und dem Ordnungsamt für die konstruktive Begleitung. Das RFTOA ist ein vollständig ehrenamtlich organisiertes Kulturprojekt, dessen Überschüsse vollständig in der Region verbleiben. Bis Mai 2026 sind bereits rund 95.000 Euro in lokale sozial-integrative Projekte geflossen. Mit überregionalen Acts, erstmals einem eigenen Camping-Bereich und rund 2.500 Gästen aus ganz Deutschland war das Festival zum zweiten Mal in Folge ausverkauft und hat 2026 zugleich sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Und jetzt: 2027!

Am 18. und 19. Juni 2027 geht es weiter: Mit Slime, Massendefekt, As Everything Unfolds und weiteren Acts wie Our Mirage, Alex Mofa Gang, Vinta, Lost In Hollywood und Elfmorgen steht bereits ein Großteil unseres Line-ups fest, weitere Bands folgen in den kommenden Monaten. Der Vorverkauf läuft bereits!